Freudentag für unsere Schulen
Heute vor 75 Jahren, am 1. April 1934, sprach Papst Pius XI. den großen Jugendapostel, Priester-Erzieher und Gründer der Salesianer Don Giovanni Bosco heilig.

Dieser Tag ist ein besonderer Gedenk- und Freudentag für die Schulen der Priesterbruderschaft, die sich den unverfälschten Erziehungsprinzipien des großen Heiligen verpflichtet fühlt.

Der Trägerverein der Schulen der Priesterbruderschaft heißt Don-Bosco-Schulverein. Das St.-Theresien-Gymnasium in der Nähe von Bonn wurde 1991 als Mädchenschule mit Internat gegründet. Geleitet wird es von den Oblatinnen der Priesterbruderschaft. Rektorin ist Schwester Maria Michaela Metz und Schulleiter Herr Dr. Kaufhold-Roll.

In Saarbrücken besteht seit 1991 die Grundschule St. Arnual und seit 1994 die erweiterte Realschule Herz-Jesu. Schulleiter ist Pater Matthias Gaudron.

Die Schulen der Priesterbruderschaft St. Pius X. sind Bekenntnisschulen, die vom Geist der traditionellen katholischen Glaubenslehre leben. Ihre Grundsätze sind in der Erziehungsenzyklika Divini illius Magistri von Papst Pius XI. dargelegt.

Das konkrete Vorbild für unsere Erziehungsarbeit ist der große heilige Jugendpädagoge Don Bosco, der das Präventivsystem geprägt hat. Danach kommen der Gottes-und Nächstenliebe, dem menschlichen Verständnis und Vertrauen, wie auch der gesunden Frömmigkeit eine zentrale Bedeutung in der Formung von Geist und Seele zu.

Erziehungsziel ist es, frohe, selbstständige junge Menschen heranreifen zu lassen, die gelernt haben ihr Leben auf der Grundlage christlicher Überzeugung und Selbstbeherrschung zu gestalten. Besonderen Wert legen wir auf Ehrfurcht vor Gott und den Nächsten, Disziplin, Höflichkeit, Ordnung und die Vermittlung der abendländischen Kultur.

Die Schulausbildung richtet sich nach den Lehrplänen des Landes Nordrhein-Westfalen bzw. des Saarlandes. Sie gewährleistet einen der öffentlichen Schulen gleichgestellten Unterricht. Der Schulabschluß ist staatlich anerkannt. Das angegliederte Internat ermöglicht den Jugendlichen nebst dem Schulbesuch eine altersgemäße Tagesgestaltung und trägt zur harmonischen Entfaltung und dem Sinn für die Gemeinschaft bei.

Homepage des St.-Theresien-Gymnasiums Schönenberg
http://www.st-theresia-gym

Homepage der Herz-Jesu-Realschule (Saarbrücken)
http://www.ers-herz-jesu.de/

Ohne die großen finanziellen Opfer der Wohltäter der Priesterbruderschaft könnte dieses wunderbare Erziehungswerk an den Seelen der Kinder und Jugendlichen nicht geleistet werden.

Allen Freunden und Wohltätern sei hier ein herzliches Vergelt`s Gott gesagt.

Der hl. Giovanni Bosco nannte seine von ihm mit großem Erfolg angewendete Erziehungsmethode einfach das Präventivsystem.

Hier eine Skizze seiner Gedanken. Don Bosco unterscheidet in der Jugenderziehung zwei grundsätzliche Erziehungsrichtungen: das Präventiv- und das Repressivsystem.

Im Repressivsystem gibt man ein Gesetz, überwacht seine Durchführung und sanktioniert die Übertretung des Gesetzes mit Strafen. Die Autorität wird nur gewahrt, wenn man keine Vertraulichkeiten zuläßt.

Das Präventivsystem handelt entgegengesetzt. Es gibt ein Gesetz, aber die zu Erziehenden und ihre Handlungen bleiben immer im Auge der Erzieher. Liebevoll wird man mit den jungen Menschen sprechen, ihnen als Wegweiser dienen, ihnen gute Ratschläge erteilen und sie freundlich zurechtweisen und es ihnen unmöglich machen, sich etwas zu Schulden kommen zu lassen. Körperliche Züchtigung schloß Don Bosco grundsätzlich aus.

Diese von Don Bosco angewendete Methode ist ganz „salesianisch“, d.h. ihr Grundprinzip ist die Liebe und Milde, wie es St. Franz von Sales in seinen Büchern so lichtvoll darlegt.

Don Bosco definiert den Erzieher als jemanden „ der sich ganz dem Wohl der ihm Anvertrauten verschrieben hat.“

Der Erzieher muß bereit sein, "jede Mühe und Anstrengung auf sich zu nehmen, um sein Ziel zu erreichen“. Das Ziel ist aber nicht nur eine abstrakte religiöse Erziehung, sondern auch die staatsbürgerliche, sittliche und intellektuelle Bildung der Kinder und Jugendlichen. Es reicht nicht, nur den Katechismus zu kennen.

Die Kinder werden präventiv auf einen möglichen Fehler hingewiesen. Auf der Grundlage der herzlichen Beziehung zum Erzieher kann das Kind dann die Notwendigkeit einer Sanktion einsehen, sie vielleicht sogar wünschen. Schlechte Gewohnheiten dürfen weder Zeit, noch Platz, noch Gelegenheit zum Aufkeimen erhalten. Das ist die Aufgabe der Erzieher.

Der Hauptgrund für Regelübertretungen ist die Lebhaftigkeit der Jugend. Dies muß jede Erziehung berücksichtigen und die Kinder nicht wie kleine Erwachsene behandeln.

Repression kann vielleicht eine Unordnung verhindern – z.B. beim Militär -, aber es wird die „Übeltäter“ nicht bessern. Und das ist doch das Ziel des wunderbaren Werkes der Erziehung der Seelen.

Die von Erziehern verhängten Strafen werden oft nicht vergessen und eine lebenslange Abneigung gegen die Erziehungsinstitution entstand vielleicht durch eine Kränkung. Die Würde des Kindes muß immer gewahrt bleiben.

Das Kind muß sehen, daß der Erzieher ihm unbeschränktes Wohlwollen entgegenbringt und ihm Sorge, Strafe und Scham ersparen will. Der Erzieher wird das Herz eines Kindes nur durch ungeheuchelte Sympathie gewinnen.

Die praktische Anwendung des Präventiv-Systems stützt sich nach Don Bosco ganz auf die Worte des hl. Paulus: Caritas patiens est; omnia suffert, omnia sperat, omnia sustinet – „die Liebe ist gütig und geduldig; sie hält alles aus, sie erhofft alles und nimmt jede Mühe auf sich.“ Deshalb ist wahre Erziehung für Don Bosco nur durch Christen möglich.

Er will, daß seine Erzieher sich AUSSCHLIEßLICH um die Kinder kümmern und keine Aufgaben übernehmen, die sie von dieser Pflicht abhalten.

Die Lehrer, Ausbilder und Erzieher müssen von bewährter und anerkannter moralischer Tadellosigkeit sein.

Fundament der Salesianer-Pädagogik: Die Kinder und Jugendlichen sollen nie sich selbst überlassen sind. Man muß darauf achten, daß die Jugendlichen immer (sinnvoll) beschäftigt sind.

Die Kinder sollen nach Don Bosco viel Freiheit haben, nach Herzenslust springen, herumlaufen und Krach machen können. Turnen, Musik, das Vortragen von Gedichten, kleine Theaterstücke und
Wanderungen sind sehr geeignet, Disziplin zu halten sowie Benehmen und Gesundheit zu fördern.
Der große Jugendapostel erinnert an den schönen Satz des Philipp Neri: ,,Macht alles, was ihr wollt, mir genügt es, wenn ihr keine Sünde begehtt“.

Die hl. Messe, die häufige Beichte, die Vereinigung mit Christus in der hl. Kommunion und eine lebendige Marienfrömmigkeit sind die tragenden Pfeiler einer Erziehung, die diese übernatürlichen Mittel den „Drohungen und Stockschlägen“ entgegensetzt. Die Kinder sollen aber nie zum Sakramentenempfang genötigt werden, aber man soll sie ermutigen und Gelegenheiten dazu anbieten.

Religiöse Veranstaltungen müssen die Schönheit des Glaubens zeigen und den geistlichen Nutzen für die Seelen.

Ein wichtiger Punkt der Don-Bosco-Erziehung ist der Ausschluß schlechter Freunde oder schlechter Medien. Hier müssen die Erzieher sehr wachsam sein.

Don Bosco sprach jeden Abend - nach dem Nachtgebet - einige herzliche Worte zu „seinen Jungs“ und gab ihnen Ratschläge und Hinweise für ihr Verhalten. Diese Kurzansparchen von zwei bis drei Minuten bezogen sich auf das am Tag Erlebte. Don Bosco sagte dazu: „Das ist der Schlüssel zum sittlichen Verhalten, zum guten Gang und zum Erfolg in der Erziehung.“

War Don Bosco ein Anhänger einer anti-autoritären Erziehung? Natürlich nicht, denn die Liebe hat ihre Autorität und strahlt Respekt aus! Regeln gelten, aber die Einhaltung wird auf anderem Weg erreicht, nicht durch Repression.

Aber Don Bosco war in seiner Abneigung gegen Repression sehr deutlich: „Nach Möglichkeit (!) soll man überhaupt keine Strafen verhängen.“ Wenn aber ein Einschreiten einmal notwendig ist, sollte man nach unserem Heiligen folgendes beachten:

- Respekt der Kinder erhält man durch Liebe und durch ehrliches Wohlwollen. Dann ist bereits der Entzug des Wohlwollens eine Strafe.

- Lob ist so wichtig wie Tadel. Ein strenger Blick wirksamer als eine Ohrfeige.

- Der Erzieher muß immer wieder die geltenden Regeln bekannt machen. Kein Kind kann sich dann entschuldigen, etwas nicht gewußt zu haben.

- Fehlverhalten muß im Licht der Vernunft und der Religion analysiert werden.

- Prügelstrafen lehnt Don Bosco ab, denn solche Strafen seien - Gott sei dank - gesetzlich verboten, denn sie erniedrigten Kind UND Erzieher.

Don Bosco durfte einmal sagen: „Seit ungefähr vierzig Jahren mühe ich mich um die Jugend, und ich erinnere mich nicht, je irgendeine Strafe verhängt zu haben. Mit Gottes Hilfe habe ich erreicht, daß die jungen Menschen nicht nur getan haben, was man zu Recht von ihnen erwarten konnte, sondern sogar auf das eingegangen sind, was ich einfach gewünscht habe, und das war selbst bei solchen Jungen möglich, bei denen jede Hoffnung auf Erfolg vergebens schien.“

Bild: Don Bosco-Figur im Petersdom
 
 
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