Seminar über die Priesterbruderschaft an der Müncher Universität

Die Müncher Universität hat im vergangenen Semester ein Seminar über die Priesterbruderschaft St. Pius X. abgehalten. Am 15. Juli waren dafür auch zwei Patres, nämlich P. Matthias Gaudron und P. Firmin Udressy, der Prior des Münchner Priorates, eingeladen. Der Umgang miteinander war freundlich und respektvoll. Nach Aussage einiger Teilnehmer sollen auch die vorangegangenen Veranstaltungen sachlich gewesen sein. Allerdings kamen am Abend des 15. Juli die tiefgreifenden Differenzen auch sehr deutlich zu Tage.

So wurden von den Studenten beispielsweise die Thesen vertreten, dass Jesus Christus in der Naherwartung gelebt, sich also geirrt habe (woraus folgt, dass er nicht wahrer Gottessohn gewesen sein kann, was den Betreffenden aber scheinbar gar nicht richtig bewußt wurde), dass die Heilige Schrift sich widerspreche und die Lehre des hl. Paulus, nach der der Mann das Haupt der Familie sei, dem heutigen Menschen nicht zumutbar sei. Der Leiter der Veranstaltung vertrat die Meinung, beim Glaubensakt käme es mehr auf das Vertrauen als auf das Für-wahr-Halten an.

In den vergangenen eineinhalb Jahren hatte es schon mehrmals ähnliche Veranstaltungen gegeben, bei denen Patres der Priesterbruderschaft auf Konzilskatholiken trafen. Dabei konnte man immer wieder feststellen, dass es wirklich ein neuer Geist und letztlich ein neuer Glaube ist, der im offziellen Raum der Kirche verbreitet ist. Zwar werden die Dogmen nicht immer ausdrücklich geleugnet, dafür aber oft aufgeweicht und umgedeutet. Ein Referent sagte z. B. bei einer Veranstaltung in der Nähe von Köln, natürlich glaube man weiterhin an die Auferstehung Christi und die Jungfräulichkeit Mariens, man müsse sich aber fragen, was denn Auferstehung und Jungfräulichkeit bedeuten!

Für viele moderne Theologen bedeutet "Auferstehung" nur noch, dass die Jünger die Erfahrung gemacht hatten, Jesus sei jetzt bei Gott. Was aus seinem Leichnam geworden ist und ob das Grab wirklich leer war, sei letztlich nicht wichtig. Genauso bedeute "Jungfräulichkeit" vor allem, dass Maria sich ganz Gott hingegeben hatte. "Biologische Aussagen" ständen hier nicht im Vordergrund. Auf diese Weise kann man natürlich alle Glaubenswahrheiten umdeuten. Man gebraucht dann zwar noch dieselben Begriffe, versteht aber etwas völlig anderes darunter.

 
 
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