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Heinrich Böll: Eine Welt ohne Christus |
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Heinrich Böll hat 1957 ein überzeugtes Bekenntnis gegen das Heidentum geschrieben. Angesichts des heute immer selbstbewußter auftretenden Heidentums - unter anderem durch Richard Dawkins und Michael Schmidt-Salomon - ist der Text immer noch lesenswert:
"Ich überlasse es jedem Einzelnen, sich den Albtraum einer heidnischen Welt vorzustellen oder eine Welt, in der Gottlosigkeit konsequent praktiziert würde: Den Menschen in die Hände des Menschen fallen zu lassen. ...
Selbst die allerschlechteste christliche Welt würde ich der besten heidnischen vorziehen, weil es in einer christlichen Welt Raum gibt für die, denen keine heidnische Welt je Raum gab: für Krüppel und Kranke, Alte und Schwache, und mehr noch als Raum gab für sie: Liebe für die, die der heidnischen wie der gottlosen Welt nutzlos erschienen und erscheinen... Ich glaube, dass Millionen Christen auf dieser Erde das Antlitz dieser Erde verändern könnten, und ich empfehle es der Nachdenklichkeit und der Vorstellungskraft der Zeitgenossen, sich eine Welt vorzustellen, auf der es Christus nicht gegeben hätte." Böll setzte sich aber leider sehr kritisch mit der katholischen Kirche auseinander und trat 1976 demonstrativ aus ihr aus. Heinrich Böll, Eine Welt ohne Christus, in: Karlheinz Deschner (Hrsg. ), Was halten Sie vom Christentum? München (List) 1957, S. 22 f |