Knobloch wirft Vatikan Diskriminierung des jüdischen Volkes vor

Die Präsidentin des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, kann ihre Hasstiraden gegen die katholische Kirche nicht lassen und wirft dem Vatikan eine Diskriminierung des jüdischen Volkes vor. Dabei verdankt sie ihr Leben dem mutigen und selbstlosen Einsatz von Katholiken: Eine ehemalige Hausangestellte ihrer Eltern rettete Charlotte vor dem Holocaust; sie brachte das Mädchen zum Bauernhof ihrer katholischen Familie nach Franken und gab es als eigenes uneheliches Kind aus.

Die wieder eingeführte Karfreitagsfürbitte für die Erleuchtung der Juden sei «ein deutlicher Rückschritt für den christlich-jüdischen Dialog», sagte Knobloch der «Mittelbayerischen Zeitung» (Mittwochausgabe). Diese Fürbitte falle weit hinter die respektvolle Formulierung aus dem Jahre 1970 zurück. Papst Paul VI. habe damals eine Formulierung gewählt, die eine aufrichtige Wertschätzung des Judentums zum Ausdruck gebracht habe. «Heute wird stattdessen einer Geringschätzung der jüdischen Religion das Wort geredet, wie sie einer toleranten Theologie nicht angemessen ist.»

Zugleich kritisierte Knobloch den Vatikan für seinen Umgang mit der Piusbruderschaft und deren Bischof Richard Williamson, der den Holocaust geleugnet hatte. Es sei «nicht nachvollziehbar», warum der Vatikan den Traditionalisten, die die Religionsfreiheit und den interreligiösen Dialog prinzipiell ablehnten, alle Provokationen durchgehen lasse. «Unverständlich» sei auch, weshalb der Vatikan die Seligsprechung von Papst Pius XII. ungeachtet aller Bedenken vorantreibe, obwohl erst eine Öffnung der Archive seine Rolle in der Zeit des Nationalsozialismus offenlegen würde. «Diese Vorgehensweise und Prioritätensetzung Roms belastet natürlich unser Verhältnis zum Vatikan», sagte sie.

Dass nicht alle Juden so denken zeigt ein Beitrag des jüdischen Philosophen und Publizisten Bernard-Henri Lévy "Warum ich Benedikt XVI. verteidige" in der FAZ des gestrigen Tages, in dem er ausdrücklich auch Pius XII. verteidigt:

"Sobald die Rede auf Benedikt XVI. kommt, beherrschen, zumal in Frankreich, Vorurteile, Unaufrichtigkeit und sogar die glatte Desinformation jede Diskussion. Damit sollte endlich Schluss sein. Schon gleich nach seiner Wahl begann in den französischen Medien eine Berichterstattung, die ihm "Ultrakonservativismus" vorwarf - als könne ein Papst überhaupt etwas anderes sein als konservativ! Dann kamen diese schwerfälligen Witze und unterschwelligen Andeutungen über den "deutschen Papst", den "Post-Nazi" in der Soutane, den die Komiker von den "Guignols de l'Info" gleich mal "Adolf II" betitelt haben - weil er, wie alle Kinder und Jugendlichen seines Jahrgangs, zur Hitlerjugend eingezogen wurde.

Und dann hat man die Texte verfälscht, beispielsweise in der Erwähnung seines Besuchs in Auschwitz, zu dem seitdem immer wieder, in einer medialen Endlosschleife, behauptet wird, der Papst habe sechs Millionen ermordeter Polen gedacht, die Opfer einer Verbrecherbande geworden seien. Dies ist schon eine schockierende Unwahrheit, denn Benedikt hat an jenem Tag sehr wohl von den "Mächtigen des Dritten Reiches" gesprochen, die versucht hätten, das "jüdische Volk aus den Reihen der Nationen der Welt zu eliminieren". So steht es auch in "Le Monde" vom 30. Mai 2006.

Mit dem Besuch des Papstes in der Synagoge von Rom hat diese verdrehende Berichterstattung allerdings einen neuen Höhepunkt erreicht. Es war eigentlich wie bei seinen Besuchen in den Synagogen von Köln und New York, auch da hat der Chor der Desinformateure nicht einmal abgewartet, dass Benedikt den Tiber überquert, um urbi et orbi zu verkünden, der Papst habe nicht die richtigen Worte gefunden, nicht die treffenden Gesten vollzogen und überhaupt die Sache in den Sand gesetzt.

Da der Besuch in Rom noch gut in Erinnerung ist, sei es mir gestattet, einige Aspekte besonders zu würdigen. Benedikt hat, als er vor dem Kranz aus roten Rosen der 1021 römischen Juden gedachte, nur seine Pflicht getan, aber er hat sie eben getan. Er hat, als er die "Gesichter der Frauen, Männer und Kinder" ehrte, die beim Versuch, das "Volk des mosaischen Bundes auszulöschen", aus dem Leben gerissen wurden, eine Selbstverständlichkeit ausgesprochen - aber er hat sie ausgesprochen.

Benedikt hat sich das an der Klagemauer gesprochene Gebet seines Vorgängers wortwörtlich zu eigen gemacht. Er hat das jüdische Volk also um Verzeihung gebeten, für einen Antisemitismus, der sich lange aus dem Katholizismus speiste. Und da er dies mit den Worten von Johannes Paul II. tat, könnte man also aufhören, eselsgleich zu wiederholen, er würde gegenüber seinem Amtsvorgänger einen Rückschritt vollziehen.

Man kann einem Mann, der auch jetzt wieder betont hat, der Prozess des christlich-jüdischen Dialogs sei "unwiderruflich", der erklärt, den "Dialog unter Gleichen" mit den "älteren Brüdern" der Christen, den Juden, "vertiefen und fortentwickeln" zu wollen, diesem Papst also kann man alles Mögliche vorwerfen, aber sicher nicht, den von Johannes XXIII. begonnenen Prozess "einzufrieren".

Und dann ist da noch die Sache mit Pius XII. Ich komme gerne darauf zurück. Ich komme auch gerne noch mal auf Rolf Hochhuth zurück, den Autor des "Stellvertreters" - des Stücks, mit dem 1963 die Polemik gegen das "Schweigen des Papstes" begann. Diesem eifrigen Rächer warf Paul Spiegel, damals Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, bekanntlich vor, selbst den Holocaust zu leugnen, wenn er in einem Interview mit der rechten "Jungen Freiheit" den mehrfach verurteilten Holocaust-Leugner David Irving als "seriösen Historiker" bezeichnet.

Zunächst einmal möchte ich aber daran erinnern, dass der spätere Pius XII. noch als Kardinal Pacelli 1937 die Enzyklika "Mit brennender Sorge" mitverfasste, bis heute eines der entschlossensten und wortgewaltigsten Manifeste gegen die Nazis. Pius XII. sorgte aber nicht nur im Stillen dafür, dass den verfolgten römischen Juden die Klöster offenstanden, er hielt auch wichtige Rundfunkansprachen, die ihm später die Anerkennung Golda Meirs einbrachten, die erklärte: "In den zehn Jahren des Naziterrors, als unser Volk ein fürchterliches Martyrium durchlebte, hat der Papst seine Stimme erhoben, um die Henker zu verurteilen."

Die ganze Welt schwieg über die Schoa, und da will man nahezu die gesamte Verantwortung für dieses Schweigen auf die Schultern des Souveräns legen, der weder Kanonen noch Flugzeuge zur Verfügung hatte; der sich zweitens bemühte, seine Informationen mit denen zu teilen, die solche Waffen hatten, und drittens der in Rom und anderswo eine große Zahl derer zu retten vermochte, für die er die moralische Verantwortung trug.

Das ist nun also der letzte Eintrag in unserem Buch der Niederungen: Ob Pius, ob Benedikt, man kann sowohl Papst als auch Sündenbock sein."

 
 
Gebetszug gegen Abtreibung


Gebets- und Demonstrationszug zum Schutze des Lebens in Freiburg

Weiterlesen...


 
1000plus


Helfen Sie, tausend Babys zu retten...

Weiterlesen...


 
Jahrestag


Rücknahme des Exkommunikationsdekretes

Weiterlesen...


 
Aufruf zum Gebetssturm

 

Immaculata
12 Millionen Rosenkränze für den Triumph des Unbefleckten Herzens Mariens – Beten Sie mit!
Weiterlesen...


 
Pilgermadonna


Ab Samstag, dem 3. Oktober, wandert diese Statue durch alle Kirchen, Kapellen und Priorate Deutschlands!

Weiterlesen...


 
Einsatz für den Glauben hat sich gelohnt!


Blasphemische Darstellung von Bad Schussenried ist ENTFERNT!

Weiterlesen...


 
Die manipulierte Demokratie


Ein Kommentar zum Minarettverbot in der Schweiz.

Weiterlesen...


 
Antwort auf die Religionsfreiheit

 
Sie haben ihn entthront! Eine Antwort von Pater Matthias Gaudron zur Diskussion um die Religionsfreiheit. (Bild: Notre Dame de Paris, vollendet mit Minaretten)

Weiterlesen...


 
Kommentar


Brüderlichkeit tut Not! – Ein Kommentar

Weiterlesen...


 
Spass muss sein...


Weiterlesen...


 
MESSE bei der PRIESTERBRUDERSCHAFT ST. PIUS X.

Kirchen und Kapellen in Deutschland


 
Zusammenfassung


Wofür steht die Priesterbruderschaft St. Pius X.?

Weiterlesen...