Neuer Angriff auf die Echtheit des Turiner Grabtuchs

Im nächsten Frühling soll das Turiner Grabtuch wieder öffentlich ausgestellt werden, und man erwartet dazu sogar Papst Benedikt XVI. Nun hat Luigi Garlaschelli, italienischer Professor für Chemie in Pavia, eine Kopie des Grabtuchs hergestellt – angeblich nur mit Mitteln und Methoden, die bereits im Mittelalter bekannt waren. Das Geld für seine Arbeit erhielt er von einer Gruppe italienischer Atheisten und Agnostiker. Das Grabtuch ist für sie offenbar ein schwer zu ertragender Stachel im Fleisch.

Garlaschelli verwendete für seine Kopie eine säurehaltige, rötliche Pigmentpaste, mit der er den Körper eines Studenten bestrich. Nun haben die Wissenschaftler, die das Leichentuch untersuchten, bisher aber immer ausgeschlossen, dass es mit einer farbähnlichen Substanz hergestellt wurde. Es bleibt ihre Antwort abzuwarten.

Sowieso gibt es genug Argumente gegen eine mittelalterliche Fälschung, die nicht widerlegt werden können. Die Fälscher hätten ihr Produkt erst mal einige Zeit ins Heilige Land bringen und dort verstecken müssen, damit man Jahrhunderte später in ihm Pollen finden konnte, von denen man im Mittelalter nichts wusste und die man schon gar nicht nachweisen konnte. Sie hätten dem Mann, der sich dafür zur Verfügung stellte, eine römische Münze aus der Zeit des Tiberius auf die Augen legen müssen, obwohl man von dieser Praxis nichts wusste.

Zudem zeigt das Grabtuch Details, die erst die moderne Forschung wiederentdeckt hat. So ist auf dem Haupt des Mannes die Krone in Form einer Haube und nicht als Dornenkranz zu sehen – entgegen allen anderen mittelalterlichen Darstellungen, die Christus mit einem Dornenkranz zeigen. In den Abdrücken der Hände sind die Nägel durch die Handwurzeln geschlagen worden – und nicht durch die Handflächen, was durch die Verletzung eines Nervs zum Einklappen des Daumens führte, wie auch erst die moderne Medizin entdeckt hat. Aber wer nicht glauben will, der wird eben auch durch die beeindruckendsten Reliquien nicht zum Glauben geführt. Was soll damit überhaupt gegen den Glauben bewiesen werden? Dass Jesus gekreuzigt wurde, steht auch ohne das Grabtuch fest.

 
 
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