Videoansprache von Pater Schmidberger
Montag, den 01. Februar 2010 um 10:17 Uhr

Zum Nachlesen veröffentlichen wir hier für Sie den Text der Video-Ansprache von Pater Schmidbderger anlässlich der Rücknahme des Exkommunikationsdekretes vor genau einem Jahr.



Liebe Gläubige, liebe Freunde unseres Werkes,

mit diesen wenigen Worten möchte ich am Jahrestag der Rücknahme des Exkommunikationsdekrets gegen die vier Weihbischöfe der Priesterbruderschaft St. Pius X. Papst Benedikt XVI. im Namen aller mit uns in Deutschland verbundenen Katholiken und im Namen meiner Mitbrüder den innigsten Dank aussprechen. Dieser Schritt zeugt von großem apostolischen Mut, er ist darüber hinaus richtungweisend. Danke, Heiliger Vater, danke!

Durch das unwürdige Medienspektakel im Zusammenhang mit einer Äußerung eines der vier Bischöfe wurde das theologische, ekklesiologische und pastorale Anliegen des Obersten Hirten nicht richtig gewürdigt, ja, sogar verdunkelt. Wir bedauern dies zutiefst. Umso mehr geben die Ausführungen im Brief des Papstes an die Bischöfe in der ganzen Welt vom 10. März 2009 Aufschluss über seine Motivation. Er sagt darin (ich zitiere):

„In unserer Zeit, in der der Glaube in weiten Teilen der Welt zu verlöschen droht wie eine Flamme, die keine Nahrung mehr findet, ist die allererste Priorität, Gott gegenwärtig zu machen in dieser Welt und den Menschen den Zugang zu Gott zu eröffnen. Nicht zu irgendeinem Gott, sondern zu dem Gott, der am Sinai gesprochen hat; zu dem Gott, dessen Gesicht wir in der Liebe bis zum Ende (Joh. 13,1) im gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus erkennen.“

Und etwas weiter heißt es: „Kann uns eine Gemeinschaft ganz gleichgültig sein, in der es 491 Priester, 215 Seminaristen, 6 Seminare, 88 Schulen, 2 Universitätsinstitute, 117 Brüder und 164 Schwestern gibt? [...] Ich denke zum Beispiel an die 491 Priester. Das Geflecht ihrer Motivationen können wir nicht kennen. Aber ich denke, dass sie sich nicht für das Priestertum entschieden hätten, wenn nicht neben manchem Schiefen oder Kranken die Liebe zu Christus dagewesen wäre und der Wille, ihn und mit ihm den lebendigen Gott zu verkünden.“ (Ende des Zitats)

Inzwischen haben die theologischen Gespräche zwischen den Vertretern des Heiligen Stuhles und der Bruderschaft in einer sehr guten, auf Klärung der Unstimmigkeiten ausgerichteten Atmosphäre ihren Anfang genommen. Zum ersten Mal können wir unsere Bedenken gegen gewisse Aussagen des II. Vatikanischen Konzils und der nachkonziliaren Entwicklung in Ruhe argumentativ den zuständigen Autoritäten vortragen. So, und nur so, können die Gespräche zum Erfolg führen. Wir bitten alle Gläubigen, diese mit ihrem eifrigen Gebet zu begleiten; denn es geht um die Gesundung des mystischen Leibes Christi, der heiligen Kirche, die heute aus tausend Wunden blutet; es geht um das ewige Seelenheil unzähliger Menschen; es geht letzten Endes um die Ehre des dreifaltigen Gottes.
Die Kirche muss wieder aus einem Munde lebendiges Zeugnis ablegen für den einzig wahren dreifaltigen Gott, für unseren Herrn Jesus Christus als den einzigen Erlöser des Menschengeschlechtes und für seine Kirche als die einzige von ihm gestifteten Heilsanstalt. Wir wollen gemeinsam der Diktatur des Relativismus und der Entchristlichung der Gesellschaft Einhalt gebieten.

Papst Johannes Paul II. hat mehrfach eine Neuevangelisierung Europas, ja, sogar der ganzen Welt eingefordert. Mit unseren Prioraten, Kapellen und Priesterseminaren, mit unseren Schulen und Exerzitienhäusern, den Missionsstationen und den Gruppen von Gläubigen in mehr als 60 Ländern der Welt haben wir in den letzten 40 Jahren trotz unsagbarer Widerstände von Seiten der zerstörerischen Kräfte in Kirche und Gesellschaft eine Infrastruktur geschaffen, die einen wichtigen Beitrag zu einem solchen Unternehmen möglich macht – und dies trotz aller auch bei uns vorhandenen Fehler, Schwächen und Mängel. Erwähnt sei noch, dass an die 30 Ordensgemeinschaften an unserer Seite stehen, welche den gleichen Weg der Treue zur lehrmäßigen, liturgischen und disziplinären Tradition der Kirche mit uns beschreiten. Falls ein Teil der Bischöfe sich dazu versteht, unser Werk zu unterstützen, und falls die Gläubigen noch vermehrt und tatkräftiger als bisher uns helfen, so kann die Kirche an Haupt und Gliedern erneuert werden und eine Christenheit neu aufgebaut werden, wie sie die Kirche immer gewünscht hat.

Europa muss wieder christlich werden!

Lasst uns Deutschland dem Reich des Christkönigs und seiner unbefleckten Braut, der einen, heiligen, katholischen, apostolischen und römischen Kirche, zurückgeben!

Um diese Gunst und Gnade wollen wir täglich die Allerseligste Jungfrau Maria im Rosenkranzgebet anflehen.

 
 
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